Besuch von Wadi Rum von Petra, Akaba und dem Besucherzentrum
Die meisten Menschen verlassen Wadi Musa gegen sieben Uhr morgens, wobei noch Staub an ihren Wanderschuhen vom Klosterweg haftet. Die Fahrt für Reisende, die nach Wadi Rum von Petra unterwegs sind, dauert etwa zwei Stunden auf der King’s Road. Wenn sich die gezackten Kalksteinhügel in weite rote Sandsteinebenen auflösen, fühlt es sich an, als würde man auf einen anderen Planeten gelangen. Man lässt nabatäische Felsgräber in den Klippen zurück und betritt eine offene Wüste, in der schroffe Felsmonolithe bis zu 500 Meter aus orangefarbenem Sand aufragen.
Südjordanien wirkt auf einer Landkarte klein, doch Gebirgspässe und Wüstenkontrollpunkte bremsen einen aus. Das Dreieck zwischen Petra, Akaba und der wilden Wüste bildet den Kern fast jeder Jordanien-Reiseroute. Ohne Planung kann es teuer werden – sei es durch überteuerte Taxifahrer am Straßenrand oder weil man an einer leeren Kreuzung stranden könnte. Besonders verwirrend ist, dass Besucherzentrum und eigentlicher Wüsteneingang zwei völlig separate Stationen an der Straße sind.
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Die Anreise: Wadi Rum von Petra mit Bus, Taxi oder Mietwagen
Wer Petra verlässt, fährt die serpentinenreiche Straße hinab nach Wadi Musa zur Wüstenautobahn. Mit einem Mietwagen ist die Route einfach: Man folgt der Route 35 Richtung Süden, bis sie in die Route 15 mündet, und nimmt dann die ausgeschilderte Abfahrt bei Rashidiyah zum Schutzgebiet. Der Asphalt ist meist in gutem Zustand, doch außerhalb kleiner Siedlungen tauchen plötzlich unangekündigte Bodenwellen ohne Markierungen auf. Man sollte Ausschau nach Kamelen halten, die an den Straßenrändern nahe der Eisenbahnschienen umherwandern.
Ein privates Taxi von Wadi Musa zum Wüstengebiet kostet etwa 40 JOD. Man kann die Rezeption seines Hotels in Petra bitten, am Vorabend eines zu organisieren – der Fahrer holt einen dann direkt an der Hotelhalle ab. Den Preis sollte man vor dem Einladen des Gepäcks in den Kofferraum klar vereinbaren. Manche Fahrer versuchen, einen zu ihren Cousins’ Wüstencamps unterwegs zu lotsen. Daher ist es wichtig, klar zu sagen, mit wem man gebucht hat und wo der Guide wartet.
Tipp: Wenn man den morgendlichen Minibus von Petra nimmt, sollte man an der Rezeption des Hotels am Abend zuvor Bescheid geben, dass man einen Platz reservieren möchte – er fährt um 6:00 Uhr pünktlich ab und ist schnell ausgebucht.
Budget-Reisende sind meist auf diesen einzigen morgendlichen Minibus angewiesen. Er fährt täglich zwischen 6:00 und 6:30 Uhr vom Busbahnhof Wadi Musa ab. Das Ticket kostet etwa 8 bis 10 JOD pro Person. Die Fahrt ist laut, mit Rucksäcken überfüllt und setzt einen direkt am Eingangstor ab, bevor es weiter ins Dorf geht. Wer diesen frühen Bus verpasst, hat als öffentliche Alternative nur die Möglichkeit, einen Bus Richtung Akaba zu nehmen und den Fahrer zu bitten, einen an der Autobahnabfahrt rauszulassen. Von dort muss man per Anhalter fahren oder 15 JOD für ein lokales Taxi zahlen, um die restlichen 28 Kilometer zurückzulegen.
Viele Reisende entscheiden sich für organisierte Jeep-Touren von Petra nach Wadi Rum, die den Hin- und Rücktransport komplett übernehmen. Diese Touren von Petra nach Wadi Rum vereinfachen die Logistik enorm, besonders wenn man keine Lust auf die Rückgabe eines Mietwagens oder das frühe Aufstehen für den Minibus hat. Man wird direkt am Gästehaus in Wadi Musa abgeholt, verbringt den Mittag damit, die Dünen zu erkunden, schläft in einem Zelt aus Ziegenhaar unter dem Sternenzelt und wird am nächsten Nachmittag in Akaba abgesetzt.
Ankunft von Akaba und der Grenze am Roten Meer
Die Fahrt von Akaba nach Norden ist deutlich schneller. Die Küste des Roten Meeres liegt etwa 65 Kilometer südwestlich des Wüsteneingangs, die Fahrt dauert entlang der glatten Wüstenautobahn etwa 50 Minuten. Die Straße steigt stetig aus dem tektonischen Graben des Roten Meeres auf und überwindet dabei einen Höhenunterschied von über 1.000 Metern. Die Lufttemperatur sinkt spürbar während der Auffahrt, daher sollte man im Taxi eine Jacke griffbereit haben.
Taxis aus dem Zentrum von Akaba oder vom South-Beach-Hotelstrand verlangen einen Festpreis von etwa 25 bis 30 JOD pro Strecke. Die grünen Stadttaxis in Akaba kennen die Route blind. Wer eine Jeep-Tour nach Wadi Rum von Akaba aus ohne Übernachtung machen möchte, kann viele Fahrer überreden, vier oder fünf Stunden am Dorfparkplatz zu warten – für zusätzliche 20 JOD bringt er einen vor dem Abendessen zurück ins Hotel.
Grenzüberquerer, die aus Eilat in Israel anreisen, schaffen diese Strecke oft am selben Tag. Nach der Passkontrolle am Grenzübergang Yitzhak Rabin warten direkt jordanische Taxis. Viele buchen israelische Wadi-Rum-Jeep-Touren über regionale Agenturen, doch die Organisation einer eigenen Jeep-Tour von Akaba nach der Grenzüberquerung ist um die Hälfte günstiger. Die Taxifahrt vom Grenzübergang zum Wüstentor dauert etwa eine Stunde.
| Herkunftsort | Entfernung | Durchschnittliche Fahrzeit | Übliche Taxikosten | Öffentliche Verkehrsmittel |
|---|---|---|---|---|
| Petra (Wadi Musa) | 114 km | 1 Stunde 50 Minuten | 40 JOD | Täglicher Morgen-Minibus (6:00 Uhr) |
| Zentrum Akaba | 68 km | 50 Minuten | 25 – 30 JOD | Gelegentliche Linienbusse / Sammeltaxis |
| South Beach Akaba | 82 km | 1 Stunde 10 Minuten | 35 JOD | Kein direkter Bus (zuerst Taxi in die Stadt) |
| Israelische Grenze (Yitzhak Rabin) | 73 km | 1 Stunde | 35 – 40 JOD | Keine (Taxi erforderlich) |
Lokale Minibusse fahren vom zentralen Busbahnhof Akabas nahe der Polizeistation ins Wüstendorf, doch ihre Fahrpläne hängen davon ab, wann sich die Sitze füllen. Bei einer vereinbarten Mittagsbegegnung mit einem Beduinenführer würde ich mich nicht darauf verlassen. Wer einen engen Zeitplan hat, sollte sich mit anderen Reisenden ein Taxi von der Grenze aus teilen.
Besucherzentrum Wadi Rum vs. Rum-Dorf entschlüsseln
Hier liegt der häufigste Irrtum von Erstbesuchern: Fährt man die Zufahrtsstraße von der Autobahn, erreicht man zuerst das Besucherzentrum Wadi Rum. Es handelt sich um einen großen, flachen Steinkomplex mit sauberen Toiletten, einem Geschenkeladen und den administrativen Kassen. Jedes Fahrzeug muss hier anhalten.
Besitzt man einen Jordan Pass, geht man hinein, scannt den QR-Code am Drehkreuz und wird durchgewinkt. Ohne Pass muss man die Eintrittsgebühr von 5 JOD in bar bezahlen. Individualreisende ohne Vorreservierung können beim offiziellen Genossenschaftsstand im Hauptsaal eine Jeep-Tour vom Besucherzentrum Wadi Rum buchen – die Preise dort richten sich strikt nach den offiziellen Regierungstarifen und lassen kaum Spielraum für individuelle Wünsche.
Hinweis: Das Besucherzentrum ist nicht der Startpunkt für Wüstentouren. Das eigentliche Beduinendorf Rum liegt sieben Kilometer weiter die asphaltierte Straße hinab. Man sollte sein Taxi nicht am Besucherzentrum zurücklassen, es sei denn, der Gastgeber hat ausdrücklich darum gebeten, sich am Eingangstor zu treffen.
Nach der Kontrolle fährt man weitere sechs oder sieben Minuten nach Süden, bis die Straße abrupt auf einem sandigen Parkplatz im Dorf Rum endet. Hier beginnt das eigentliche Abenteuer. Kamele kauen an Lehmhäusern, lokale Jungen kicken Fußball gegen Lehmziegelwände, und Dutzende abgewrackte Toyota Hilux picken im Staub. Der Wüstenführer wird einen hier erwarten, das Gepäck vom Taxi in die Ladefläche seines Geländewagens umladen und einem den ersten kleinen Becher heißen, süßen Salbeitee anbieten.
- Validierung des Jordan Pass: Zeigt dem Ranger im Besucherzentrumshalle die mobile Gutschrift oder den ausgedruckten Pass für einen Stempel vor.
- Dorfparkplatz: Kostenlose, sichere Parkplätze befinden sich direkt am Dorfeingang, falls man mit einem Mietwagen aus Amman oder Akaba angereist ist.
- Gepäckaufbewahrung: Große Rollkoffer können in einem verschließbaren Büro des Guides im Dorf gelassen werden; nur ein Tagesrucksack mit Wechselkleidung und Kamera sollte mit ins Sandcamp.
- Bargeldreserven: Im Dorf Rum oder innerhalb des Schutzgebiets gibt es keine funktionierenden Geldautomaten – daher sollte man in Petra oder Akaba ausreichend Geld abheben.
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Was passiert während einer Wadi-Rum-Wüstentour?
Steigt man in die offene Ladefläche eines Wüstentransporters, ändert sich die Perspektive sofort. Die meisten Jordan-Wadi-Rum-Touren nutzen umgebaute Toyota Land Cruiser oder Hilux-Pickups, die mit zwei gepolsterten Bänken ausgestattet sind, die einander gegenüberstehen. Man ist Wind, Sonne und fliegendem Sand ausgesetzt – daher sind Sonnenbrille und traditionelles Kufiya-Tuch mehr als nur touristische Accessoires.
Eine klassische Wadi-Rum-Tour führt durch weite Täler, die von schroffen Felsformationen eingerahmt sind – so beschrieb sie bereits vor über einem Jahrhundert T.E. Lawrence. Der Boden wechselt alle paar Meilen die Farbe, von goldgelbem Sand zu tiefem Zinnoberrot. Abseits des Dorfes herrscht absolute Stille. Wenn der Motor des Jeeps am Fuß einer Schlucht verstummt, hört man nur noch das Pfeifen trockener Luft zwischen den hohen Felswänden.
Die meisten Halbtages- oder Ganztagestouren decken eine vorhersehbare Route zu berühmten Sehenswürdigkeiten ab, doch wie lange man an jedem Ort verweilt, macht den Unterschied:
- Lawrence’s Spring: Eine natürliche Wasserquelle hoch an einer Felswand, markiert von wilden Feigenbäumen und nabatäischen Inschriften, die in die Felsen darunter gemeißelt sind.
- Khazali-Schlucht: Eine tiefe, schattige Felsspalte, die man zu Fuß betreten kann, um jahrhundertealte Petroglyphen von Füßen, Kamelen und Jagdszenen zu betrachten.
- Rote Sanddüne: Ein gewaltiger Hang aus weichem, rostfarbenem Sand, der sich an den Jebel Anfishiyyeh schmiegt und einem die Oberschenkel brennen lässt, bis man den Gipfel erreicht.
- Um Fruth-Felsbrücke: Ein natürlicher Sandsteinbogen, der zwanzig Meter über dem Boden schwebt und den man ohne Kletterausrüstung besteigen kann, wenn man schwindelfrei ist.
- Burdah-Felsbrücke: Ein noch höherer, dramatischer Bogen auf einem Berggipfel, der meist längeren Ganztagestouren vorbehalten ist.
Eine detaillierte Aufschlüsselung findet sich in unserem Leitfaden zu Preisen und Kosten von Wadi-Rum-Jeep-Touren, in dem private Touren mit den Genossenschaftstarifen verglichen werden. Eine ordentliche vierstündige Tour bietet einen guten Überblick über die Hauptattraktionen, doch wer sechs bis acht Stunden in der Wüste verbringt, kann mit dem Fahrer auch zu den ruhigeren südlichen Grenzen nahe Saudi-Arabien fahren, wo der Touristenverkehr komplett versiegt.
Die Route planen: Von Petra über Wadi Rum nach Akaba
Die Geografie Südjordaniens verlangt geradezu, dass man in einer Linie reist, statt Umwege zu machen. Kommt man aus Amman, sollte man zuerst Petra besuchen, zwei volle Tage die Ruinen erkunden, dann nach Süden zur Wadi-Rum-Tour aufbrechen und schließlich den Wüstensand an den Stränden Akabas abwaschen. Die umgekehrte Route funktioniert ebenfalls gut, besonders wenn man aus Ägypten oder Israel über die Landgrenze nach Akaba einreist.
Das Timing der Ankunft in der Wüste ist entscheidend. Versucht, gegen 10:00 Uhr im Dorf Rum anzukommen. So bleibt genug Tageslicht für eine sechsstündige Wüstensafari, ein gemütliches Picknick über dem Feuer aus Wüstenbüschen und einen entspannten Aufstieg auf eine Sandsteinstufe vor Sonnenuntergang. Der Sonnenuntergang in dieser Wüste ist alles andere als unscheinbar: Die roten Felsen fangen das Abendlicht ein und leuchten in strahlendem Orange, bevor sie in tiefes Pflaumenviolett übergehen, während sich die ersten Sterne am trockenen Himmel zeigen.
Beduinencamps reichen von einfachen Zeltlagern, die an Felswänden lehnen, bis zu luxuriösen „Marskuppeln“ mit Plastik-Panoramafenstern und Klimaanlage. Ehrlich gesagt wirken die kleineren, traditionellen Camps viel authentischer. Um ein Lagerfeuer zu sitzen, Beduinenlieder zu hören und auf das Zarb zu warten – Lamm und Gemüse, das unterirdisch in einem sandbedeckten Fass gegart wird – schlägt jedes Mal das Sitzen in einer klimatisierten Luxusblase.
Verlässt man die Wüste am nächsten Morgen, kann ein vorbestelltes Taxi einen rechtzeitig nach Akaba bringen, um noch ein frühes Meeresfrüchte-Mittagessen zu genießen. Der Übergang von abgelegenen Wüstenschluchten zu den Stränden des Roten Meeres dauert weniger als eine Stunde – einer der verrücktesten Kontraste, die Jordanien zu bieten hat.
Häufig gestellte Fragen zu Wadi Rum von Petra
Kann man einen Tagesausflug von Petra nach Wadi Rum machen, ohne zu übernachten?
Ja, man kann problemlos ein morgendliches Taxi von Petra nehmen, gegen 9:00 Uhr ankommen, eine fünfstündige Jeep-Tour machen und dann mit einem Taxi nach Akaba oder zurück nach Petra fahren, bevor es dunkel wird. Allerdings verpasst man so den Wüstensonnenuntergang und den klaren Nachthimmel – und damit den besten Teil des Erlebnisses.
Wie viel sollte man für ein Taxi zwischen Petra und Wadi Rum einplanen?
Ein normales privates Taxi in eine Richtung sollte etwa 40 JOD für das gesamte Auto kosten. Falls der Fahrer mehr verlangt, sollte man den Gastgeber im Gästehaus in Wadi Musa bitten, einen zuverlässigen Fahrer zu organisieren. Beträge über 45 JOD sollte man nicht akzeptieren.
Kann man am Besucherzentrum Wadi Rum spontan einen Guide finden, ohne vorher zu buchen?
Man kann direkt am Schalter der offiziellen Genossenschaft im Besucherzentrumslobby einen Jeep und Fahrer mieten, sobald man ankommt. Allerdings bietet eine vorherige Buchung bei einem unabhängigen Beduinenführer meist eine persönlichere Route, besseres selbstgekochtes Essen und komfortablere Camp-Unterkünfte.
Schnellübersicht
- Entfernung: 114 km von Petra (Fahrzeit: 1 Std. 50 Min.)
- Taxikosten: 40 JOD Festpreis ab Wadi Musa
- Morgenbus: Fährt täglich gegen 6:00 Uhr ab Petra (8–10 JOD)
- Besucherzentrum: Hier wird der Jordan Pass gescannt, dann weitere 7 km bis Rum-Dorf
- Beste Ankunftszeit: Zwischen 9:30 und 10:30 Uhr
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Bevor es in den Sand geht
Die Reise zwischen diesen uralten Tälern ist weit weniger stressig, als Reiseführer es darstellen. Die Straßen sind asphaltiert, die Einheimischen kennen die Abläufe, und der Übergang von den Bergruinen zur offenen Wüste geht schnell. Packt ausreichend kleine Geldscheine ein, nehmt eine warme Wollschicht mit – auch wenn die Tagestemperaturen glühend heiß wirken – und klärt den Treffpunkt im Dorf Rum mit dem Guide, bevor ihr auf der Straße nach unten den Handyempfang verliert. Sobald man den letzten Gebirgskamm überquert hat und die Sandsteinmassive aus dem roten Staub aufragen, ist jede Minute, die man mit Taxiverhandlungen verbracht hat, absolut lohnenswert.
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